Neue alte Fehler

Mal wieder Zeit für die eigene Nase.

Ja, natürlich war es der übliche Schwachsinn, über den man eigentlich den Mantel des Schweigens breiten sollte, als Innenminister Seehofer einmal wieder nicht dem Versagen der zuständigen Behörden die Verantwortung am Anschlag von Halle zuwies – sondern der, wie er es formulierte, „Gamerszene“. Also, da er diesen Ausdruck nicht weiter spezifizierte, offenbar jenen 34 Millionen Menschen in Deutschland, die gerne mal zocken.

Da – wie gesagt – brauchen wir nicht weiter drüber zu reden.

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Worüber zu reden wäre, das ist die ritualisierte und wenig hilfreiche, weil mal wieder rundum alles von sich weisende Reaktion der deutschen Spieleentwickler-Szene, und zwar sowohl in ihrem offiziellen politischen Arm als auch in den öffentlichen Foren, soweit ich in diesen auch vertreten bin – und das sind schon ein paar.

Wie der Kulturwissenschaftler Christian Huberts es in einem Facebook-Post sehr kurz, polemisch aber leider nicht unzutreffend zusammenfasste:

Screenshot aus Facebook, 13.10.2019

Wir können nicht beides haben: ein wichtige Rolle reklamieren und mit der, sobald Vorwürfe kommen, nichts mehr zu tun haben wollen. Wir können nicht auf der einen Seite behaupten, eine Schlüsseltechnologie, die wichtigste Kulturform des 21. Jahrhunderts zu sein, und auf Kritik – so am Thema vorbei sie auch geäußert wird – immer nur mit einem unwirschen „Unfug“ antworten. So gewinnt man keine Debatten. Und schon gar keine Erkenntnisse. Pro-Tipp: Wir können die wichtigste Kulturform des 21. Jahrhunderts nur werden, wenn wir auch die entsprechenden Debatten um sie ernsthaft führen!

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